Hier finden Sie Zusammenfassungen von Projekten und Aktivitäten des Netzwerks. 

Inklusionssporttag

Neue Sportarten entdecken beim Inklusionssporttag am 14.10.2017

Der BVS Oberpfalz, der TuS 1892 Mitterteich e.V., die Lebenshilfe KV Tirschenreuth und das Netzwerk Inklusion Landkreis Tirschenreuth veranstalten gemeinsam einen Inklusionssporttag.
Am 14. Oktober konnte man von 10 bis 15 Uhr in der Mehrzweckhalle Mitterteich verschiedene Sportarten ausprobieren: Hallenboccia, Rolliparcours, Lichtgewehr-Schießen und  Blindentorball.

„Das sind sportliche Angebote aus dem Reha- oder Behindertensport. Sie sind natürlich für alle Sportbegeisterten geeignet – und auch auf Menschen mit Assistenzbedarf anpassbar“, so Dieter Menzel vom BVS Oberpfalz. „Wir sind gerne Partner für eine etwas andere Veranstaltung“, so Anton Bauernfeind vom Turn- und Sportverein. „Einfach mal vorbeikommen und ausprobieren. Neue Eindrücke gewinnt man am einfachsten durchs selbst tun, nicht durch Hörensagen!“, so Karl Haberkorn, Vorsitzender der Lebenshilfe.

Vielen Dank an Fotografie JLauterbach und die örtliche Presse.

Workshoptag Inklusion und Arbeit

Workshoptag / Forum "Inklusion und Arbeit" am 23.09.2017 im Aribo Hotel Erbendorf

Wie kann Inklusion im Bereich Arbeit aussehen – sei es im Bereich ehrenamtliche Arbeit, Ausbildung oder weiterführende Bildung? Was können wir für den Landkreis Tirschenreuth von Anderen lernen? Darüber möchten wir Sie informieren und mit Ihnen diskutieren.

Ablauf:

9.30 Uhr Musik: Die Quersinger
Grußworte stellvertretender Landrat Roland Grillmeier und Bürgermeister Hans Donko 

10.00 Uhr Eröffnungsvortrag Prof. Reinhard Markowetz, LMU München: „Inklusion in Bayern und Deutschland – was hat sich entwickelt?“

Musik: Die Quersinger

11.00 – 12.00 Uhr Workshopangebot

a. Dr. Angelika Magiros (Bundesvereinigung Lebenshilfe): Menschen mit Behinderung im Ehrenamt
b. Mathias Schulz (Akademie der Hofgut Himmelreich gGmbH): Qualifizierungsbausteine als Möglichkeiten inklusionsförderlicher beruflicher Bildung
c. Gesa Kobs (Institut für Inklusive Bildung in Kiel): „Nicht über uns ohne uns“ – Qualifizierung von Menschen mit Behinderungen für die Bildungsarbeit
d. Peter Fleischmann (St. Michaelswerk Grafenwöhr) und Frank Baumgartner (BBW St. Franziskus Abensberg): Inklusion und sonderpädagogische Fachlichkeit – kein Widerspruch

Musik: Die Quersinger

13.00 – 14.00 Uhr Workshopangebot II

14.00 Uhr Abschluss

Musik: Die Quersinger

 

Besonderer Dank gilt:

allen Netzwerkpartnern und HelferInnen, Fotografie JLauterbach, den lokalen Medien insbesondere „Der Neue Tag“, Frau Angelika Hederer und dem Chor „Die Quersinger“. 

 

Hier der Artikel in "Der Neue Tag" vom 27.09.2017

 

Die Präsentationen aus dem Forum finden Sie hier:

Behinderung und Arbeit - Unternehmer im Dialog

Pressetermin zur Vorstellung der neuen Faltblätter zum Thema „Arbeitnehmer mit Behinderung“ am Dienstag, 09. Mai 2017 um 17 Uhr im Restaurant Seenario Tirschenreuth.

Der Runde Tisch „Arbeit und Inklusion“ hat zwei neue einrichtungsübergreifende Informationsfaltblätter „Menschen mit Behinderung im Beruf im Landkreis Tirschenreuth“ für Arbeitgeber und  „Arbeiten mit Behinderung. Ihre Chancen zur Inklusion in Ausbildung und Arbeit“ für Arbeitnehmer in verständlicher Sprache entwickelt. 

Ablauf:

Kurzvorstellung des Netzwerks Inklusion und des Runden Tisches (Christina Ponader, Netzwerk Inklusion Landkreis Tirschenreuth)

Grußwort Dr. Alfred Scheidler, stv. Landrat für den Landkreis Tirschenreuth

Warum engagiert sich die IHK Regensburg für die Beschäftigung von Menschen mit Behinderung?  (Martin Stangl, stv. Vorsitzender des Industrie- und Handelsgremiums Nordoberpfalz)

Vorstellung des Faltblatts (Inhalt / Verteilung / Erwartungen) (Winfried Mellar IHK/ Christina Ponader Netzwerk Inklusion)

 

Unternehmertag „Behinderung und Arbeit – Unternehmer im Dialog“ am Dienstag, den 09.05.2017 von 17:30 Uhr – 19:30 Uhr im Restaurant Seenario in Tirschenreuth. Veranstalter ist das Netzwerk Inklusion Landkreis Tirschenreuth, der ifd Oberpfalz (Integrationsfachdienst) und die Wirtschaftsförderung im Landkreis Tirschenreuth GmbH.

Am erstmalig stattfindenden Unternehmertag kommen Arbeitgeber und Arbeitnehmer zu Wort, die die Chance auf berufliche Inklusion erfolgreich ergriffen haben. Arbeitgeber, die neue Wege der Mitarbeiterförderung gehen, werden von ihren Erfahrungen mit Menschen mit Behinderung im Betrieb berichten. Außerdem sind alle wichtigen Ansprechpartner zu den Themen Förderung und Beratung vor Ort und stehen für Gespräche zur Verfügung.

Ablauf: 

Begrüßung durch Manfred Dietrich, Wirtschaftsförderung im Landkreis Tirschenreuth GmbH

Kurzimpuls „Ausgangslage und Möglichkeiten von Inklusion im Landkreis Tirschenreuth“ von Manina Sobe, Integrationsfachdienst Oberpfalz

Tischgruppen / Möglichkeiten zum Austausch mit Arbeitgeber- und Arbeitnehmertandems zu den Themen 

  • Integration in den ersten Arbeitsmarkt
  • Unterstützte Beschäftigung
  • Außenarbeitsplatz 
  • Berufliche Sicherung / Arbeitsplatz im Betrieb erhalten

Teilnehmende Tandems:

  • Unterstützte Beschäftigung: Jessika Wöhrl-Neuber & Deborah Bregler (Familienzentrum Mittendrin Kemnath) und Ursula Frank & André Wolfrum (Servas GmbH Haus Phoenix Mitterteich) 
  • Außenarbeitsplatz & Erster Arbeitsmarkt: Angelika Würner & Stephanie Eckert (AWO Plößberg) 
  • Berufssicherung: Josef Andritzky & Daniel Indra (Fa. Franz Kassecker Waldsassen), Dagmar Nachtigall und Robert Böhm (Sparkasse Oberpfalz Nord)

Anschließend Imbiss und weitere Gespräche, auch mit VertreterInnen des Integrationsamts, der Agentur für Arbeit, dem Jobcenter, der IHK, der HWK und dem Unternehmens-Netzwerk Inklusion (früher Wirtschaft inklusiv).

Forum mit Prof. Wocken - "Darf Inklusion Grenzen haben"

Forum mit Prof. Dr. Hans Wocken zum Thema „Darf Inklusion Grenzen haben?“am Samstag, 25.03.2017 von 09.30 Uhr bis 13.30 Uhr im Foyer der Mehrzweckhalle Kemnath.

Welche Möglichkeiten gibt es für Menschen mit Behinderung im Landkreis Tirschenreuth, egal ob mit körperlicher, geistiger oder seelischer Einschränkung? Was können sie wahrnehmen in ihrer Freizeit, in Ausbildung und Beruf, wo und wie können sie wohnen? Über Chancen und Grenzen hat das Netzwerk Inklusion Landkreis Tirschenreuth diskutiert – mit der Öffentlichkeit und mit Experten aus dem Arbeitsfeld.

Prof. Dr. em. Hans Wocken hielt den Eröffnungsvortrag. Er war von 1980 bis 2008 Professor für Lernbehindertenpädagogik und Integrationspädagogik in Hamburg und ist ein prominenter Verfechter eines radikalen Inklusionsbegriffs.

Anschließend wurden verschiedene Themen in Workshops vertieft:

  • Zugangsbarrieren für Menschen mit psychischer Erkrankung im Landkreis Tirschenreuth mit Thomas Fehr vom Sozialteam
  • Inklusion im Bereich Freizeit mit Prof. Dr. Reinhard Markowetz von der LMU München
  • Inklusion im Bereich Ausbildung und Arbeit mit Manina Sobe vom Integrationsfachdienst Oberpfalz und Lehrer vom Staatlichen Beruflichen Schulzentrum Wiesau
  • und Inklusion im Bereich Wohnen mit Elke Steinberger von der KJF Regensburg.

In der abschließenden Podiumsdiskussion mit den Workshopleitungen, ergänzt um Hildegard Metzger vom Lebenshilfe Landesverband als Elternvertreterin und Helmut Dörfler vom HPZ Irchenrieth wurden letzte offene Fragen geklärt und das Thema unter der Moderation von Margit Ringer vom BR abgerundet.


Hier der Artikel in "Der Neue Tag" vom 29.03.2017 und der Bericht in OTV vom 27.03.2017


Die Präsentationen aus dem Forum finden Sie hier:


Vielen Dank für die Fotos an Jürgen Lauterbach und Josef Zaglmann (jzk).

Neuer Inklusionsbeirat und Jahresbericht 2016

Bei der Sitzung des Inklusionsbeirats am 08.03.2017 wurde Landrat Wolfgang Lippert zum neuen Vorsitzenden gewählt. Großer Dank gilt dem bisherigen Vorsitzenden Karl Haberkorn. Projektleitung Christina Ponader stellt außerdem die Jahresberichte für 2016 vor.

Der Inklusionsbeirat ist ein Gremium für alle, die im Netzwerk Inklusion Landkreis Tirschenreuth mitarbeiten, sowie für wichtige Personen aus Politik, Gesellschaft und Kirche. Hier erfährt man, was aktuell im Landkreis Tirschenreuth in Sachen Inklusion getan wird und geplant ist. Hier sollen auch neue Ideen gemeinsam entwickelt und geprüft werden. Der Inklusionsbeirat ist offen für alle Interessierten.
Bisher gab es einen Inklusionsbeirat für die VG Mitterteich, entstanden aus dem Modellprojekt INKLUSIVE GEMEINDE und seit November 2015 einen Inklusionsbeirat für den Landkreis Tirschenreuth. Diese beiden Gremien wurden nun zusammengelegt.

Am 08. März trafen sich 25 Personen in der Förderstätte der KJF Mitterteich zur ersten Sitzung in dieser neuen Zusammensetzung. Einer der ersten und wichtigsten Punkte war die Wahl des Vorsitzenden.
Karl Haberkorn, 1. Vorsitzender der Lebenshilfe, gab nach 4 Jahren Vorsitz Inklusionsbeirat VG Mitterteich und einem Jahr Vorsitz Inklusionsbeirat Landkreis Tirschenreuth sein Amt ab an Landrat Wolfgang Lippert. Unter seiner Führung und Begleitung wurden zahlreiche Dinge angestoßen und umgesetzt: die Bewerbung Mitterteichs als barrierefreie Modellkommune, viele Aktivitäten in allen Bildung, Freizeit, Arbeit und Bauen sowie verständliche Sprache und Gottesdienste, und eine umfangreiche Bestandsaufnahme zur Inklusion in Mitterteich. Auf Landkreisebene wurde das Netzwerk und die Aktivitäten im Bereich Inklusion stetig erweitert. Viele erinnern sich noch an die Ausstellung „Die barrierefreie Gemeinde“ und den Besuch von Schirmherrin Emilia Müller in Erbendorf. Der neue Vorsitzende dankte herzlich für Engagement und Herzblut in der Tätigkeit.

Landrat Wolfgang Lippert beschrieb auch seine neuen Schwerpunkte: „Inklusion braucht Sensibilisierung und Achtsamkeit von vielen. Wir brauchen ein Netz, das alle halten kann. Und zu Inklusion gehört, Rechte und Standards in Sachen Barrierefreiheit in den Köpfen, in der Sprache, in Wegen und Gebäuden einzufordern in der täglichen Arbeit von Behörden, Einrichtungen, Vereinen und dem Miteinander in der Gesellschaft.“

Außerdem wurde der Jahresbericht des Netzwerks veröffentlicht und vorgestellt – einmal in detailreicher Form und einmal in verständlicher Sprache. Verständliche Sprache ist für alle geeignet, die aufgrund von Sprachkenntnissen, Herkunft, Alter oder Behinderung Schwierigkeiten haben, Texte zu lesen und zu verstehen. „Das ist jeder 6. In Deutschland!“, so Friedrich Wölfl, Sprecher der Werkstatt Verständliche Sprache.

 

Zwischenbilanz des Inklusionsbeirats zur Inklusion in der VG Mitterteich

Wie inklusiv sind wir schon? Fünf Jahre nach seiner Gründung zog der Inklusionsbeirat der VG Mitterteich eine Zwischenbilanz. Es ist schon viel erreicht worden, aber die Arbeit muss weitergehen.

In der 15. Sitzung des Inklusionsbeirats für die VG Mitterteich am 18.10.2016 war das zentrale Thema die gemeinsame Bestandsaufnahme zum Fortschritt der Inklusion.
Die Bürgermeister der Verwaltungsgemeinschaft, die Behindertenbeauftragten sowie Vertreter sozialer Einrichtungen, Schulen und Kirchen hatten über ein halbes Jahr hinweg Eindrücke gesammelt. So wurde untersucht, wie inklusiv die Haltung der untersuchten Institutionen ist, das heißt wie offen und beteiligend. Außerdem wurde die bauliche und die sprachliche Barrierefreiheit bewertet.

Im Bereich der Kommunen konnte vieles verwirklicht werden, nicht zuletzt durch die öffentliche Fördermittel: in Mitterteich der Marktplatz und in Leonberg das Pfarrheim. Verständliche und Bürgernahe Sprache ist ein wachsendes Thema.

Im Bereich der Kirchen besteht ein großes Bewusstsein. Die Kirchen sind für alle Menschen zugänglich, zum Teil gibt es besondere inklusive Angebote. Besonders hervorzuheben ist das Bemühen um gute Verständlichkeit der Predigten.

Bei den sozialen Einrichtungen wurde das Thema von barrierefreien öffentlichen Toiletten neu diskutiert.

Die Arbeit der Vereine zeichnet sich aus durch einzelne inklusive Angebote. Besonders hervorzuheben sind die Angebote für Geflüchtete. Darüber hinaus bestehen kaum kontinuierliche Angebote auch für Menschen mit Einschränkungen. Der Beirat vermutete, dass Möglichkeiten der persönlichen Assistenz für Menschen mit Einschränkungen und die Kriterien und Hilfen für Barrierefreiheit noch zu wenig bekannt sind.

Im Bereich Freizeit und Kultur gibt es schon einige gute Angebote wie den Freizeithugl, das MGH, die Mehrzweckhalle oder das Porzellanmuseum, wo auch viele Veranstaltungen stattfinden. Im Bereich der Gaststätten und Bäder sind Veränderungen wünschenswert.

Im Bereich Sport besteht zum Teil langjährige inklusive Kooperationen. Hier ist die Haltung vorbildlich – Inklusion kann hier schnell und gut gelingen.

Im Bereich der Mobilität und den Öffentlichen Nahverkehrs ist Pechbrunn das leuchtende Beispiel. Doch auch Mitterteich hat mit zunehmendem Einsatz von Niederflurbussen und Baxi gewonnen. Leider sind die Fahrpläne noch schlecht lesbar.

Im Bereich von Arbeit und Beschäftigung besteht eine eher unverbindliche Offenheit: Praktika sind gern gesehen und werden angeboten, feste Arbeitsstellen sind noch sehr rar.

Im Bereich Bildung und Erziehung bestehen viele bauliche Hürden bei den Gebäuden. Die Haltung ist im Gegensatz sehr offen – Kooperationen und Zusammenarbeit sind gewachsen und stabil. Leider bestehen über freiwillige Zusammenarbeit hinaus kaum Möglichkeiten der gemeinsamen Betreuung und Beschulung.

Im Bereich der Öffentlichkeitsarbeit kann auf das „Inklusive Eckerl“ im Mitterteicher Taferl verwiesen werden.

Der Bereich Ärzte, Apotheken und Geschäfte ist sehr unterschiedlich: zum Teil sehr gut zugänglich, zum Teil sehr schwierig.

Wichtig ist der Bereich des barrierefreien und altersgerechten Wohnens. Hier bestehen kaum Angebote – sei es von Seiten sozialer Einrichtungen, der Kommune oder im privaten Bereich.

Insgesamt gesehen bleibt zu sagen: Inklusion ist ein Prozess, der über die Bereitschaft Einzelner wächst und mithilfe von öffentlicher Förderung unterstützt werden kann. Die Arbeit muss weitergehen. 


Ausführliche Bestandsaufnahme als pdf 

Bericht in Der Neue Tag vom 16.11.2016

 

Kabarett mit Rainer Schmidt am 25.09.2016 im Kettelerhaus

Das Netzwerk Inklusion Landkreis Tirschenreuth lud am 25.09.2016 herzlich ein zu einem Abend, der einen humorvollen Blick auf das Zusammenleben in unserer Gesellschaft wirft oder auch nur zur Erzählung einer außergewöhnlichen Lebensgeschichte, die Mut macht.

Kabarettist Rainer Schmidt trat mit dem Programm „Däumchen drehen“ um 19.00 Uhr im Kettelerhaus Tirschenreuth auf. 

Humor, Schlagfertigkeit und Lebensfreude. Dies sind Eigenschaften, die Rainer Schmidt auszeichnen. Geboren ohne Unterarme und mit einem verkürzten Oberschenkel machte er sich auf in ein erfolgreiches, vielseitiges Leben in der Mitte der Gesellschaft!

Rainer Schmidt nimmt sein Publikum mit auf eine einzigartige Reise in das Land der Inklusion! Sprachwitzig und spitz ironisch "kabarettiert" der Pfarrer, Buchautor und mehrfache Goldmedaillengewinner bei Paralympics, Welt- und Europameisterschaften.

Sein Motto: Keine Hände – keine Langeweile.

Er erzählte authentisch und natürlich ohne erhobenen Zeigefinger vom Glück und Pech des Außergewöhnlich-Seins.

Bericht in Der Neue Tag vom 27.09.2016

Vielen Dank für die Fotos an Jürgen Lauterbach und Ulla Britta Baumer.

Besuch der Schirmherrin und Staatsministerin Emilia Müller am 10.06.2016

Am Freitag, den 10. Juni war es so weit: Schirmherrin und Staatsministerin Emilia Müller besuchte das Netzwerk Inklusion Landkreis Tirschenreuth in der Stadthalle in Erbendorf. Über 130 Gäste aus Politik und Gesellschaft kamen zur Projektvorstellung. 

  

Seit August 2015 gibt es das Netzwerk Inklusion für Teilhabe und Lebensqualität im ländlichen Raum gemeinsam mit derzeit 13 Netzwerkpartnern aus den Bereichen Arbeit, (außerschulische) Bildung und Freizeit. Beim Auftakt im Oktober kam statt der Ministerin noch Amtschef Höhenberger.

Landrat a.D. Karl Haberkorn und Christina Ponader, Projektleitung sowie Ulrich Macht, AG Mitwirkung begrüßten die zahlreichen Gäste. Die Grußworte von stellvertretendem Landrat Dr. Alfred Scheidler und Bürgermeister Hans Donko machten Mut: „Gemeinsam sind wir stark – gemeinsam können wir im Landkreis auch etwas in Sachen Inklusion bewegen.“ In der Projektvorstellung machten die Moderatoren Macht und Ponader deutlich, dass Inklusion eine wichtige Aufgabe für alle ist. Es bedeutet: Jeder bringt in die Gesellschaft, an seinem Arbeitsplatz, in der Freizeit ein, was er/sie gut kann. Dadurch entsteht etwas, was keiner von ihnen alleine geschafft hätte. Konkret zeigt sich Inklusion in der Begegnung von Menschen mit und ohne Behinderungen, mit und ohne Migrationshintergrund, jung und alt, allen Geschlechtern, mit hohen und niedrigem Bildungsgrad, mit und ohne finanzielle Ressourcen.

Schirmherrin Müller machte in ihrer Ansprache ihr persönliches Verständnis für die Sache deutlich: „Mein Bruder hat eine Behinderung. Ich bin froh, dass es Experten gibt, die sich um Menschen mit Behinderung kümmern – ich bin aber auch froh, dass es immer mehr um Selbstbestimmung und Mitwirkung geht.“ Sie erläuterte die staatlichen Fördermöglichkeiten im Bereich vom Stadtumbau wie im Programm Bayern Barrierefrei 2023, im Bereich von Arbeit mit Außenarbeitsplätzen, Integrationsfirmen und anderen Zukunftsprojekten, im Bereich der Mitgestaltung von Gesellschaft mit Internetseiten und Beratungsangeboten mit Leichter Sprache.

Prof. Markowetz von der LMU München, der das Projekt wissenschaftlich berät, erzählte mit Stolz von den Veränderungen in den Köpfen der Menschen in Mitterteich und im Landkreis Tirschenreuth. „Change management heißt etwas auftauen, etwas in Bewegung bringen. Das ist hier an vielen Stellen gelungen. Inklusion muss zukünftig immer mehr selbstverständlich werden. Wir brauchen ein gerechteres, humaneres und sozialeres Miteinander.“ Er überbrachte außerdem Grüße aus Burkina Faso, wo er ein ähnliches Projekt begleitet.

Friedrich Wölfl, Sprecher des Inklusionsbeirats Mitterteich berichtete sehr anschaulich, was verständliche Sprache heißt. „Wir stellen uns diese Fragen: Was kann Sprache zur Inklusion beitragen? Was sollte man im Umgang mit Menschen mit Behinderung  beachten? Wie sollte man über Menschen mit  Behinderungen sprechen? Wie können wir Behörden, Zeitungen, Organisationen zu verständlicherer Sprache bewegen? Wo findet man schon Texte in „Leichter und verständlicher Sprache“?“. Besonders das Sprechen über Menschen mit Behinderung ist noch von einer „trotzdem-glücklich“-Haltung geprägt. „Wenn sie jemanden sehen, der an den Rollstuhl gefesselt ist – binden Sie ihn los!“ Behinderung ist Normalität und hat nichts mit Schicksal und Mitleid zu tun, sondern mit Begegnung auf Augenhöhe und Ernstnehmen der Person in all ihren Facetten.

Die Klasse 9b und Lehrer Reiner Summer von der Realschule im Stiftland aus Waldsassen berichteten in Wort, Film und Bild von ihrer Begehung von Schule und Schulweg nach den Kriterien der Barrierefreiheit. Ihr Fazit: „Wir könnten kurzzeitig schon einen Schüler mit Behinderung aufnehmen, aber auf die Dauer wären größere Umbaumaßnahmen und ein Weiterdenken notwendig!“ Reiner Summer war sehr stolz auf seine Klasse: „Inklusion ist bei den jungen Menschen angekommen. Auf einmal fällt ihnen etwas auf und sie denken noch einmal neu an Andere!“

Den inhaltlichen Abschluss bildete ein Einblick in das Themenfeld Inklusion und Arbeit. Berufsschullehrer des Förderzentrums in Mitterteich, Mitarbeiter der Stiftlandwerkstätte und der Geschäftsführer der Integrationsfirma Arbeit&Lebenshilfe gGmbH gaben einen Einblick in die bestehenden Erfolge und Schwierigkeiten. Besonders die Arbeitswege im ländlichen Raum und das Verlassen der Sicherheit der WfbM sind noch Hinderungsgründe. Nichtsdestotrotz gibt es bereits viele Unterstützungsangebote.

Viel Applaus gab es für die inklusive Theatergruppe der WG St. Benedikt aus Mitterteich. Sie führten das Stück des „Münchners im Himmel“ von Ludwig Thoma auf.

Besonderer Dank gebührt auch dem KiWi-Chor  aus Waldsassen unter der Leitung von Martina Kick-Wittmann, die mit einem bunten Repertoire den Abend umrahmten.

Das Fazit: die Arbeit des Netzwerks in seiner Vielfalt beeindruckte alle Anwesenden. Herzliche Einladung an alle, die mitmachen wollen!

„Wir dürfen das Thema Inklusion nicht unterschätzen. Es betrifft unser Innerstes – wie wir zusammenleben. Das bedeutet, es spricht alles in und an uns an: unseren Kopf mit unseren Vorstellungen und Haltungen, unser Herz mit unseren Gefühlen zwischen Sehnsucht nach Verlässlichkeit und dem Wunsch nach Neuem, unsere Hände mit unseren alltäglichen Taten und unsere Füße, die entscheiden, welchen Weg wir einschlagen. Inklusion bedeutet: die, die am Rand der Gesellschaft stehen, brauchen den Mut und die Zuversicht, sich der Gesellschaft und deren Herausforderungen zu stellen und die, die in der Mitte der Gesellschaft stehen, müssen sozialer werden und alte Muster überdenken: was bedeutet Leistung und was bedeutet Normalität“, so Projektleitung Christina Ponader.

 

Bericht bei OTV vom 13.06.2016

Bericht in "Der Neue Tag" vom 12.06.2016

Bericht in "Der Neue Tag" vom 14.06.2016

Ausstellungseröffnung und Inklusionsbeirat in Kemnath

Am 09.03.2016 fand die 2. Sitzung des Inklusionsbeirats für den Landkreis Tirschenreuth in Kemnath statt. 

Highlights waren die Eröffnung der Ausstellung „Die barrierefreie Gemeinde“ durch Vorstand Herrn Schön von der Sparkasse, stellvertretenden Landrat Günter Kopp, Bürgermeister Werner Nickl und Projektleitung Christina Ponader. Die Ausstellung des bayerischen Staatsministeriums zeigt modellhaft, wie das das Vorgehen zur barrierefreien Gestaltung der Kommune ablaufen kann. Mitterteich als eine der Modellkommunen Bayern Barrierefrei 2023 ist das Beispiel für unseren Landkreis. Ergänzt wird die Ausstellung um ein ganzheitliches Verständnis von Barrierefreiheit von Seiten des Netzwerks Inklusion. „Inklusion beginnt im Kopf – im für andere mitdenken, im weiterdenken, im ohne Schubladen denken“, so Projektleitung Christina Ponader.

In der anschließenden Sitzung des Inklusionsbeirates für den Landkreis Tirschenreuth wurden zwei neue Netzwerkpartner in die Runde aufgenommen: Tatjana Helgert vom AWO Kreisverband Tirschenreuth e.V. und Yvonne Landefeld vom Staatlichen Beruflichen Schulzentrum Wiesau unterschrieben stellvertretend die Kooperationsvereinbarung. „Wir freuen uns sehr, dass sie mit dabei sind und ihre Ideen und ihr Engagement einbringen“, so Karl Haberkorn. Die AWO hat sich für die nächsten 3 Jahre vorgenommen, das Thema Barrierefreiheit in Bezug auf Sprache in der Beratung in allen Arbeitsbereichen umzusetzen. Das bsz Wiesau bringt das Thema inklusive Berufsausbildung und Arbeitswelt voran. 

Der Inklusionsbeirat setzt sich zusammen aus allen Netzwerkpartner aus den Bereichen Bildung, Arbeit und Freizeit, sowie Vertretern des Landratsamtes und der Gemeinden des westlichen Landkreises, der PSAG Nordoberpfalz, des Jobcenters und Arbeitsamtes, der HWK und der IHK sowie weiteren Multiplikatoren aus der Gesellschaft. Die Aufgaben des Gremiums sind Informationen zu Inklusion im Landkreis Tirschenreuth bekommen, Information über aktuellste Planungen des Netzwerks, Suche und Planung neuer Ideen für den Landkreis und die Vernetzung gesellschaftlicher Partner aus Kirche, Politik, Freizeit, Arbeit und dem öffentlichen Leben.

Die Projektleitung stellte vor, welche Aktivitäten in Bezug auf Inklusion in den Bereichen Arbeit, Beratung, Bildung und Freizeit im Landkreis stattfinden. 

Ausbildungsmesse in Waldsassen

Am 27.02.2016 auf der Ausbildungsmesse: Welche Möglichkeiten gibt es für Menschen mit Behinderungen?

Unser Fazit gleich vorneweg: Inklusion ist (noch) der Einzelfall. Aber es tut sich was !

Unsere Erfahrungen auf der Ausbildungsmesse waren sehr gemischt:

  • Positive Erfahrungen gab es bei den berufsbildenden Schulen, zum Teil auch Erfahrung mit der Fachpraktikerausbildung / Fachwerkerausbildung
  • Gerade kommunale und behördliche Arbeitgeber haben ihre Beschäftigungsquote für Menschen mit Behinderungen oft erfüllt
  • Schwierigkeiten bestehen in den Prüfungsstandards - diese scheinen wenig anpassbar in Bezug auf Prüfungszeitverlängerung, mündliche Prüfungsleistungen und weitere Hilfsmittel
  • Arbeitgeber zeigen sich zunehmend offener für Menschen mit Behinderungen: eine Flexibilisierung der Arbeitsbereiche und die Inanspruchnahme der vorhandenen Fördermittel regen dazu an. Auch Menschen mit Behinderungen zeigen sich offener: Selbstbestimmung und Auswahlmöglichkeiten werden ihnen wichtiger.
  • Im Landkreis gibt es viele Anbieter für Ausbildungs- und Arbeitsvermittlung: Agentur für Arbeit (Hand-in-Hand), ifd, Wirtschaft Inklusiv (bfz&gfi), etc.. Allerdings ist oft unklar, an wen man sich als Arbeitgeber oder –nehmer wenden muss.
  • Die Perspektive auf eine Übernahme in eine Arbeitsstelle auf dem ersten Arbeitsmarkt ist bisher eher pessimistisch: wenn kein persönlicher Kontakt zum Arbeitgeber besteht oder diese/r besonderes soziales Engagement zeigt, ist es nach wie vor selten, inklusive Arbeitsplätze zu bekommen. Die politischen Förderinstrumente greifen noch nicht durchgängig. 

Inklusion wird das Fachkräfteproblem nicht lösen, kann aber die Arbeitswelt bereichern. In Zeiten des demografischen Wandels und der Inklusion wird es umso wichtiger, auch das Potential der Gruppe Menschen mit Behinderung in den Blick zu nehmen. 

 

Realschule im Stiftland - barrierefrei ?

Ist die Realschule im Stiftland bereit für die Inklusion von Mitschülern mit Behinderungen bzw. ist das Schulgebäude überhaupt barrierefrei? Mit dieser Frage setzten Schüler der Klasse 9b im Deutschunterricht von Studienrat Reiner Summer auseinander.

An einem Projekttag im November2015 besuchten wir die Schüler der 9b. Wir haben gemeinsam in Theorie und Praxis den Schulweg, den Schulalltag und das Schulgebäude auf Barrierefreiheit bzw. Inklusions-Möglichkeiten untersucht. Die Ergebnisse wurden in einem Filmworkshop im Januar 2016 verarbeitet.

Das anschauliche Ergebnis finden Sie hier:

https://www.youtube.com/watch?v=R2PDGXFwuPg

Vielen Dank an alle, die mitgewirkt haben !

Jahresbericht 2015

Auf dem Treffen der Netzwerkpartner zog das Netzwerk Inklusion Landkreis Tirschenreuth Bilanz über das Jahr 2015. Erster Eindruck ist, dass das Thema Inklusion gut im Landkreis aufgenommen wurde und sehr vielfältig auftritt.

Die 11 Netzwerkpartner aus den Bereichen Arbeit, Bildung und Freizeit und Projektleitung Christina Ponader sowie der wissenschaftliche Berater Prof.  Markowetz von der LMU München konnten zufrieden sein: seit dem Projektstart im August hat sich viel getan in Sachen Inklusion im Landkreis Tirschenreuth.

Zum Aufbau eines Netzwerks gehört zunächst Information: Neben der gelungenen Auftaktveranstaltung am 10.10.2015 stellte die Projektleitung das neue Netzwerk auf vielen Ebenen und in vielen Gremien vor und füllte die Homepage www.inklusion-tirschenreuth.de mit Inhalten zum Nachlesen. Über die bestehenden Netzwerkpartner hinaus zeigten bereits einige andere Organisationen Interesse an der Mitwirkung. Neu gegründet wurde eine Arbeitsgruppe Mitwirkung. In dieser AG bestimmen  6 Menschen mit Behinderungen aus Offener Behindertenarbeit, Selbsthilfegruppe und Werkstatt mit, was im Netzwerk gemacht wird und werfen einen kritischen Blick auf die Veranstaltungen. Die Zusammenarbeit klappt problemlos und bereichert die Arbeit der Projektleitung und der Netzwerkpartner.  

Erfreulicherweise setzten auch die bestehenden Arbeitsgruppen in Mitterteich mit vielen Ehrenamtlichen aus allen gesellschaftlichen Bereichen ihre Arbeit erfolgreich fort. So konnten in den Bereich Barrierefreies Bauen und Wohnen, Arbeit und Beschäftigung, Schule und Bildung, Freizeit und Öffentliches Leben sowie Leichte Sprache und inklusive ökumenische Gottesdienste Akzente gesetzt werden: mit Begehungen und Information der BürgerInnen über Barrierefreiheit, mit dem Ausbau der Außenarbeitsplätze der WfbM, mit der Fortführung der Kooperation der Kindertageseinrichtungen, der gemeinsamen Bimmelbahnfahrt im Ferienprogramm und der inklusiven Plätzchenbackaktion und der Einrichtung von Seiten in Leichter Sprache auf www.mitterteich.de.  Der Inklusionsbeirat für die VG Mitterteich bekam mit Friedrich Wölfl einen neuen Sprecher. Karl Haberkorn wurde Sprecher des neu gegründeten Inklusionsbeirats für den Landkreis Tirschenreuth.

Die Netzwerkpartner haben sich selbst Aufgabenpakete für die nächsten 3 Jahre geschnürt. Bereits im vergangenen Jahr konnten sie viele Aktivitäten vorweisen: Kontakte mit PolitikerInnen gehörten ebenso dazu wie der Inklusionstag beim SF Kondrau, die Erarbeitung von einem Fragebogen für Kirchengemeinden, Informationsabende und Vorträge zu gesellschaftlichen Veränderungsprozessen wie einer wachsenden Zahl von Menschen, die am Rande der Gesellschaft stehen oder Flucht und Migration, Hundewanderungen und Waldweihnacht, der Erweiterung der Jugendleiterschulung um das Thema Inklusion, die inklusive Kinderferienbetreuung, der inklusive bayerische Theaterabend, der Aufbau einer Arbeitsgruppe für die Stadt Tirschenreuth, Deutschkurse für Asylsuchende und u.a. Inklusion als Querschnittsthema für die kommende Ausbildungsmesse.  

Insgesamt blicken die Netzwerkpartner positiv auf das vergangene Jahr zurück. An vielen Stellen konnten sie mit Aktivitäten für Teilhabe von Menschen mit Behinderungen gut an Bestehendes anknüpfen und den Blick erweitern. 

Hier der Link zum ausführlichen Jahresbericht.

Auftaktveranstaltung

Auftaktveranstaltung am 10.10.2015 in der Steinwaldhalle in Friedenfels

Hier ist der gesamte Vortrag zum Nachlesen als pdf

Hier ist der Vortrag von Prof. Markowetz zum Nachlesen als pdf (ohne Bilder)